Balkhauser Kotten

Wasser marsch!

So hieß es gestern am Balkhauser Kotten. Seitdem dreht sich das neue Wasserrad wieder mit der Kraft des Wupperwassers. Am anderen Ende der Welle aus "Verbundmaterial" (Eiche mit Stahlkern) sitzt das alte Kammrad.

Kammrad: Balkhauser KottenKammrad: Balkhauser Kotten

Das deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm sagt 1854 dazu:
Kammrad, n. mhd. kamprat, mnl. camrat hor. belg. 10, 243, nnl. kamrad, rad mit einem kamme (sp. 103), zapfen, zähnen mit denen es bewegend in ein anderes rad eingreift; bei Frisch nur dann wenn 'die zähne neben heraus stehen am umfang des rades', er meint senkrecht auf die peripherie (kronrad), bei Adelung aber auch wenn die zähne in der verlängerung der radien stehn (stirnrad): kamprad pectaculum, cariobulla. voc.

Der Pegelstand der Wupper

oder meiner Griesgrämigkeit:

Pegellatte in Glüder: am 13. Januar 2011 zur MittagszeitPegellatte in Glüder: am 13. Januar 2011 zur Mittagszeit

Hofschaft Glüder: wenn die Wupper ihr Bett verlässtHofschaft Glüder: wenn die Wupper ihr Bett verlässt

Balkhauser Kotten: mit seinem neuen WasserradBalkhauser Kotten: mit seinem neuen Wasserrad

Wenn Neptun, Poseidon und der Mühlenradbauer Klaus Adriaans am kommenden Dienstag mitspielen, dann soll es sich wieder mit Hilfe der Kraft des Wupperwassers drehen.

Und hier sieht man, warum die Wupper von Zeit zu Zeit das Bett verlässt. Weil Hunde bzw. ihre Dosenöffner nicht lesen können, wischt sie feucht durch.

großformatige Geilstellensäuberunggroßformatige Geilstellensäuberung

Wupperhochwasser Teil 2

Über Nacht legte der Pegel gut einen halber Meter zu (240cm am Pegel Glüder) , hier ein paar Impressionen:

unterschlächtiges Wasserrad Baujahr 2010: am Balkhauser Kottenunterschlächtiges Wasserrad Baujahr 2010: am Balkhauser Kotten

Ein paar Kilometer flussabwärts …

Wipperkotten: in der WipperaueWipperkotten: in der Wipperaue

gut gewässerte Pferdesperre: ohne Gummistiefel geht da nichts mehrgut gewässerte Pferdesperre: ohne Gummistiefel geht da nichts mehr

Dann unterbrach ein Großaufgebot der Solinger Feuerwehr den friedlichen Sonntagsspaziergang, sperrte die Wupperbrücke in der Wipperaue sowie einige umliegenden Wege.

Ich zitiere hier aus der Pressemappe der Wuppertal Polizeidirektion:

Kanufahrer trieb in der Wupper

Solingen (ots) - Feuerwehrleute, die im Bereich Solingen-Unterburg im Einsatz waren, bemerkten heute Mittag, 09.01.2010, gegen 13.00 Uhr, einen Kanufahrer, der offensichtlich gekentert war und mit seinem Boot flussabwärts in Richtung Leichlingen trieb. Im Rahmen umfangreicher Suchmaßnahmen konnten mit Hilfe eines Polizeihubschraubers, der die Wupper mehrfach abflog, gegen 13.40 Uhr, zwei Personen mit ihren Kanus zu Fuß im Bereich des Klärwerks am Hasencleverstraße angetroffen werden. Einer der beiden Männer, ein 41-jähriger Leverkusener auf den die Beschreibung zutraf, gab an, dass er kentert sei und sich unverletzt ans Ufer habe retten können. Eine Gruppe anderer Kanuten habe ihm dabei geholfen.

Wildwasser-Kajak auf der Wupper: nicht ganz ungefährlichWildwasser-Kajak auf der Wupper: nicht ganz ungefährlich

Diese Truppe vermisste keinen Kollegen. Sie warten oberhalb des Wipperkottenwehres auf die Erlaubnis, die von der Feuerwehr errichtete Auffangsperre zu passieren.

Solinger Feuerwehr: im EinsatzSolinger Feuerwehr: im Einsatz

Normalerweise macht man mit diesem Wagen Häuser nass, heute wollte man übermütige Sportler aus dem Nass befreien.

Leiterwagen Drehleiter einmal in einem anderen EinsatzLeiterwagen Drehleiter einmal in einem anderen Einsatz

Wir warten aufs Christkind: Nein, ein Kajakfahrer soll es seinWir warten aufs Christkind: Nein, ein Kajakfahrer soll es sein

Wupper, etwas aus dem Bett gehüpft: WipperaueWupper, etwas aus dem Bett gehüpft: Wipperaue

Wintersperre

Wer das leicht zu übersehende Sackgassenschild am Restaurant "Haus Sonneneck" zu Beginn des Balkhauser Weges übersieht, der steht ein paar Kilometer später an dieser Straßensperre (hinter der Wupperbrücke, die Zufahrt zum Solinger Tierheim ist frei), wenn er Witzhelden erreichen will. (Nachtrag 17.12.2010: Ein unscheinbares, leicht zu übersehendes Sackgassenschild steht auch am Steinenhaus.)

Straßensperre in GlüderStraßensperre in Glüder

Aus dem hoffentlich gut gewärmten Rathaus erfährt man dazu:

Kreisstraße 4 (Balkhauser Weg) bleibt vorerst gesperrt

(pa) Nach den starken Schneefällen der vergangenen Woche hatte die Solinger Feuerwehr den Balkhauser Weg (K4) zwischen Solingen und Witzhelden für den Verkehr sperren lassen, da Bäume zum Teil auf die Fahrbahn gestürzt waren oder aus den Steilhängen auf die Straße zu stürzen drohten. Die Bäume wurden inzwischen vom Landesbetrieb Straßen mit Unterstützung des Solinger Technischen Betriebes Straßen und Grün zersägt und abtransportiert. Wie der TBSG mitteilt, muss die Sperrung trotzdem mindestens bis Anfang nächster Woche aufrechterhalten bleiben. Grund: Umstürzende Bäume haben viele Leitplanken zerstört und die Steilhänge in Mitleidenschaft gezogen. Angesichts der angekündigten starken Schneefälle sei es nicht verantwortbar, die zum Teil sehr steile Strecke wieder für den Verkehr freizugeben.

Zugänglich bleibt der Neuzugang am Rande der Wupper.

Das neue Wasserrad am Balkhauser Kotten

Leider dreht es sich noch nicht mit Wasserkraft. Vor dem Gewaltschütz im Obergraben stapeln sich nach dem Wupperhochwasser erneut Sedimente und hindern den Wasserzufluss.

Das neue hölzerne Wasserrad: am Balkhauser KottenDas neue hölzerne Wasserrad: am Balkhauser Kotten

Wer das alte Wasserrad und die defekte Welle (angefaulte Blattzapfenaufhängung) aus der Nähe betrachten möchte, der hat jetzt Gelegenheit dazu.

Das alte Wasserrad und die morsche Welle: Balkhauser Kotten an der WupperDas alte Wasserrad und die morsche Welle: Balkhauser Kotten an der Wupper

Die Bretter (aus Nadelholz), auf die das antreibende Wasser trifft, nennen sich sich Schaufeln (und nicht Paddel, wie der Mühlenbauer im WDR-Film erzählt). Und wie die Solinger Schleifer im 14. Jahrhundert die Schleifsteine angetrieben haben, wissen offensichtlich nur die WDR-Redakteure. Jedenfalls ist mir keine historische Überlieferung bekannt, die darüber nur ansatzweise verlässlich Auskunft geben könnte. Unser Stadthistoriker Rosenthal hat einmal in die Welt verlauten lassen, dass der erste Balkhauser Kotten im Jahre 1504 das Licht erblickt habe. Auch dafür fehlen bisher belastbare Belege.

Balkhauser Kotten: Ausbau des alten Wasserrades

Der erste Schritt ist erfolgt. Das alte Wasserrad und die am Ende morsche Wasserradwelle des Balkhauser Kottens sind entfernt. Morgen um 11 Uhr werden die neuen Modelle eingesetzt.

Das alte Wasserrad ist zur Hälfte demontiertDas alte Wasserrad ist zur Hälfte demontiert

Wasserradwelle: Die Zapfenaufnahme wollte nicht mehr. Das Kammrad steht noch im Kotten.Wasserradwelle: Die Zapfenaufnahme wollte nicht mehr. Das Kammrad steht noch im Kotten.

Da schwebt sie hin: die alte, morsche Wasserradwelle. Gut und gerne zwei Tonnen Eichenholz am Kranhaken.Da schwebt sie hin: die alte, morsche Wasserradwelle. Gut und gerne zwei Tonnen Eichenholz am Kranhaken.

Wer ist für den Hub verantwortlich?: ScalabrinWer ist für den Hub verantwortlich?: Scalabrin

Am Ende des Tages

Stumpf oder nicht stumpf: das war hier die FrageStumpf oder nicht stumpf: das war hier die Frage

dürfte die ein oder andere Klinge wieder etwas besser durch die Tomate gleiten.

Selbstverständlich darf eines nicht fehlen …

GetreideabbauGetreideabbau

»Wo die Wupper wild woget«

Wer Zeit und Lust hat für einen Ausflug an die wild wogende Wupper, der kann es verbinden:

Fotoausstellung im Balkhauser Kotten: 14.4. – 4.7.2010Fotoausstellung im Balkhauser Kotten: 14.4. – 4.7.2010

Ausstellung historischer Abbildungen des Balkhauser Kottens und seines Umfeldes

Öffnungszeiten der Fotoausstellung:

Samstag und Sonntag
von 10–17 Uhr
und nach Vereinbarung
Eintritt frei !

Wer glaubt, er könne die Wupper mit Hilfe der gezeigten Wackelbrücke überqueren, den muss ich enttäuschen. Ein Hochwasser hat sie vor Jahrzehnten dahingespült. Heute sind Ganzkörperkondome angesagt:

Fußgänger in der Wupper: die die Fische hegen und pflegenFußgänger in der Wupper: die die Fische hegen und pflegen

Wild wogende WupperWild wogende Wupper

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