Jahrhunderthochwasser der Wupper?

Keine Ahnung! Am Pegel Glüder konnte man seit Jahren lesen: "Beobachtet seit 1949, höchstes Hochwasser am 23.9.1957 mit 291 cm."

In den letzten Tag ging da mehr. Am 14.7.2021 vermerkte der Pegel gegen 23:00 Uhr eine Höhe von 445cm!!

Am Campingplatz in Glüder waren dadurch diverse Campingwagen abgängig, die dann an der Brücke in Wupperhof geschreddert wurden.

Der Balkhauser Kotten wurde evakuiert.

Zwei Tage später!
LiewerfrauLiewerfrau

Das große SchrubbenDas große Schrubben

Die Wupper nagt am Lande: Einst standen am Ufer diverse Büsche und Bäume, jetzt sind sie weg.Die Wupper nagt am Lande: Einst standen am Ufer diverse Büsche und Bäume, jetzt sind sie weg.

Große WäscheGroße Wäsche

Was mich fasziniert? Wenn die Kacke am Dampfen ist, stellt sich eine unglaubliche Hilfsbereitschaft ein. Und sobald die "Normalität" zurück ist, kehrt das bekannte Hauen und Stechen ein.

Hilfe!Hilfe!

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Comments

Minimum, Maximum, Mittelwert (in cm)

Pegel Glüder:
10.07.2021 60,000 65,600 61,5
11.07.2021 64,000 80,000 67,1
12.07.2021 64,000 80,000 68,2
13.07.2021 75,000 91,000 82,7
14.07.2021 91,000 445,000 226,8
15.07.2021 277,200 430,800 345,5
16.07.2021 132,000 272,400 188,9
17.07.2021 101,000 132,000 120,3
18.07.2021 86,000 101,000 96,0
19.07.2021 79,000 86,000 83,2

Pegel Opladen:
10.07.2021 76,000 88,100 80,0
11.07.2021 80,700 102,200 85,9
12.07.2021 80,700 101,200 84,4
13.07.2021 96,600 123,967 104,4
14.07.2021 122,700 420,300 243,0
15.07.2021 354,967 417,000 386,0
16.07.2021 181,467 353,400 268,6
17.07.2021 139,900 181,400 164,4
18.07.2021 110,833 139,000 127,2
19.07.2021 104,533 111,900 107,8

http://luadb.lds.nrw.de/LUA/hygon/pegel.php?stationsname=Glueder&yAchse=...

http://luadb.lds.nrw.de/LUA/hygon/pegel.php?stationsname=Glueder&yAchse=...

mfg

Wir hätten es wissen müssen

Immerhin haben wir schon vor >10 Jahren jedes Starkregenereignis an der Wupper mit Interesse verfolgt.

Tatsache ist, dass die Intensität der Niederschläge und Dauer im Laufe des Tages ungewöhnlich hoch waren.
Was hätte bei vollen Talsperren (was wir nicht wussten) anderes daraus resultieren können?

FS

Maximale Ablassmenge

Was ich immer noch nicht weiß, welche maximale Wassermenge kann der Wupperverband überhaupt aus der Wuppertalsperre entnehmen?

Die Kunst

liegt im Extremfall sicherlich darin den richtigen Zeitpunkt für das Ablassen des Wassers, unter Berücksichtigung der Wassermassen, die aus den Nebenbächen kommen, zu treffen.

mfg

p.s.
Beantwortet leider auch nicht deine Frage, aber im KSTA vom 20.8. steht:
>>>Als die Sperre überlief und nie dagewesene 190 Kubikmeter pro Sekunde zu Tal schossen, sei der Scheitelpunkt der Welle längst in Leichlingen gewesen .... <<<

>>>… Bis zu 160 Liter Niederschlag pro Quadratmeter..... An einem Tag sei das Doppelte einer üblichen Juli-Menge gefallen... <<<

Also hüllen wir uns in Schweigen

bis mehr darüber veröffentlicht wird.
Ich glaube, das Ereignis war unausweichlich.

mfg

Wupperverband -- offen

Was Pegel und Abflussmengen betrifft ist der Wupperverband recht offen.
https://fluggs.wupperverband.de/pegel-onlinedaten/tableoverview.html

Am Abfluss Krebsöge (Sperrmauer) gab es einen Peak im Katastrophenzeitraum
Abfluss Krebsöge

Ohne Zweifel offen

Danke für den Link.
Überaus transparent.

mfg

Fragt sich nur,

wie weit der Ablass geöffnet war.

Pegel-Vergleiche

Ich schrieb im Februar ...klick... Ganz voll war die Sperre damals nicht, aber ich denke, der Ablauf ist damals im Januar etwas offener gewesen als normal.

Es gibt an der Wuppertalsperre den o. g. unterirdischen Ablauf, von dem sieht man nur den Austritt am Ende, und dort gab es im Januar eine hohe weiße Gischt und lautes Getöse. Der oberirdische Überlauf (Überlaufkante und Wasserrutsche) war damals trocken. Das war am 14./15. Juli in der Nacht und im Tagesverlauf 15. Juli anders. Noch im Tagesverlauf schoss ein breiter Strom die sonst trockene Wasserrutsche des Überlaufs hinab.

Der Pegelstand der Wuppertalsperre ist unter gegebener Adresse auch zu erfahren. Wer also nachliest, vergleicht, vielleicht auch mit den anderen Sperren, wird Schlüsse ziehen können. Eine andere Frage ist: wenn an der Wuppersperre der Ablauf erhöht wird, wie lange dauert es, bis der erhöhte Durchfluss in Beyenburg, Elberfeld, Burg oder Leichlingen ankommt?

Burg hat vielleicht mehr unter dem Eschbach gelitten als unter der Wupper. Das Gelände um den Eschbach ist steil, auftreffendes Wasser strömt schnell nach unten, flutet den Eschbach, flutet Unterburg. An dessen Mündung strömt aber sicherlich auch das Hochwasser der Wupper den Eschbach hinauf, verhindert zudem den Abfluss des übervollen Eschbach.

Fragt sich nur.....

spielt keine Rolle!

Wir hätten nicht anders gehandelt und nach den Dürrejahren der vergangenen Jahre einen Mindestvorrat in den Talsperren, im Sommer, gehalten.
Wer konnte ahnen, dass es gerade dann, durch eine Extremwettersituation, zu einem Überlauf kommt?
Mal abgesehen davon, dass es bei dem dramatischen Zufluss unmöglich war es zu steuern.
Wie weit hätte man den Pegel der Talsperre senken sollen? Auf 30%, oder 25%?
Hätte das gereicht? Wahrscheinlich schon, aber es ist so unrealistisch.
Wie gesagt, m. E. war das Ereignis nicht vorhersehbar.

mfg

Unvorhersehbar ?

Wir haben die Natur nicht mehr auf dem Schirm; glauben sie im Griff zu haben!
Es dürfte ein ganz großer Trugschluss sein.

Wir glaubten auch

die Technik im Griff zu haben. Siehe die Explosion im Entsorgungszentrum Leverkusen. Trotz pedantischer Sorgfalt schief gelaufen.

Heute ein Lichtblick: flussaufwärts von Wupperhof zwei Eisvögel gesichtet : )

mfg

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