Pereskotten :: Birmingham

Seit Jahren kenne ich das Foto aus dem Druckwerk von Ludwig Lunkenheimer (Schleifkotten, Mühlen und Hämmer an den Solinger Bächen), dass den Pereskotten um 1906 zeigen soll.

Pereskotten um 1906: (Bildquelle: Lunkenheimer, Seite 181)Pereskotten um 1906: (Bildquelle: Lunkenheimer, Seite 181)

Vor Ort war ich bisher immer etwas mit der Einordnung überfordert. Dank Rodungsarbeiten (der Stadt im Rahmen des Projektes Retentionsraum Pereskotten ?) lässt sich jetzt erahnen, was auf dem alten Foto zu sehen ist.

Villa Weinsbergtal an der PeresstraßeVilla Weinsbergtal an der Peresstraße

Pereskotten 2010: Villa WeinsbergtalPereskotten 2010: Villa Weinsbergtal

Blick auf die Villa im Jahre 2019: Der Weinsberger Bach wurde vor ein paar Jahren hier an dieser Stelle großflächig renaturiert.Blick auf die Villa im Jahre 2019: Der Weinsberger Bach wurde vor ein paar Jahren hier an dieser Stelle großflächig renaturiert.

Blick von der Regerstraße in südöstliche Richtung auf die Wüstung Pereskotten. Links das Haus (bzw. in der Bildmitte) nannte sich einmal Villa Weinsbergtal.


Pereskotten auf einer größeren Karte anzeigen

Der Pereskotten selber (Fachwerkbau am Rande des Stauteiches) soll im September 1911 abgebrannt sein. Geblieben ist die Erinnerung in Form der Ortsbezeichnung.

Tante Google bescherte mir ein Dokument der Stadt Solingen zum Thema "Das wasserwirtschaftliche Gesamtkonzept der Stadt Solingen, dargestellt am Beispiel des Weinsberger Baches." Es enthält einige ergänzende Information zum Bauvorhaben.

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Kommentare

Sehr schöner Vergleich

Diese alten Bilder faszinieren mich immer wieder. Ob Daniel Peres seine Fabrik Birmingham genannt hat, weil Sheffield, was angeblich passender gewesen wäre, bereits vom Nachbarn im Küllenbergskotten verwendet wurde?

Warum Birmingham ?

So aus der Erinnerung: Er nannte seine Firma Birmingham, da die Firma, dessen Poliermittel er nacherfunden hat, in der Nähe von Birmingham lag.

Wurde die englische schwarze Politur

nicht eher in Sheffield angewandt?

Pivoted scissors were not manufactured in large numbers until 1761, when Robert Hinchliffe of Sheffield, England, began using cast steel to make them. Cast steel, recently invented at the time by Benjamin Huntsman, also of Sheffield, was made by melting steel in clay crucibles and pouring it into molds. This resulted in a more uniform steel with fewer impurities.
Quelle:
http://www.enotes.com/how-products-encyclopedia/scissors

Vielleicht auch interessant:
An immense stride in perfecting scissors was taken in 176I,
when on Robert Hinchliffe produced the first pair made of
cast steel, hardened and polished. The story is that love
stimulated his inventive genius, and that his efforts were
inspired by desire to win the affections of a young woman
whom he wished to take for wife. The forming of the bows
was his greatest difficulty. His first method was to make them
solid; then drilling a hole, he enlarged this to the required size
by laboriously filing away the metal. Afterwards he hit upon
a simpler plan, and a ready sale was found for his wares in
London and other markets. He lived in Cheney Square, and
was reputed to be the first person who put out a signboard
proclaiming himself " fine scissor manufacturer. '
Quelle:
http://youle.info/history/fh_material/18C_sheffield/ch4.txt

Hendrichs sagt:

Herr Peres nannte sein Unternehmen wegen seiner (erfolgreich) auf den Wettbewerb mit England gerichteten geschäftlichen Absichten "Birmingham". Die berühmteste Fabrik für Stahlwaren "von vorzüglicher Art" war Anfang d. 19. Jh. in Soho bei Birmingham Boulton, Watt und Fothergill, "die besonders durch ihre vorzüglichen Maschineneinrichtungen hervorragte, indem die Arbeiten bei Schmiede-, Press-, Dreh-, Schleif- und Poliermaschinen, welche selbst wieder von Dampfmaschinen in Bewegung gesetzt wurden, ausgeführt wurden."

Schneider-Berrenberg schreibt:

Zitat aus Solingen, Industriestadt mit Tradition, Seite 428:

Es ist oft gefragt worden, warum Daniel Peres sein Etablissement im Weinsbergtal nach Birmingham und nicht nach der eigentlichen Solinger Konkurrenzstadt und dem Ort der Erfindung der berühmten englischen Politur Sheffield benannte. Die Antwort hierauf legte schon F. Hendrichs in seinem Buch „Geschichte der Solinger Industrie" mit dem Hinweis darauf nahe, daß die damals berühmteste Fabrik besserer Stahlwaren, die Firma Smith & Sons, in der Nähe von Birmingham arbeitete. Die Erzeugnisse dieser Firma erregten in ihrer Zeit im Wortsinne spektakuläre Aufmerksamkeit durch einen gefeierten englischen Opernstar, der auf der Bühne Haarschmuck aus hochpoliertem Stahl von Smith & Sons trug, welcher seines ungewöhnlichen Glanzes wegen höchste Bewunderung erregte. Peres Leistung bestand zunächst einmal darin, die um 1760 in Sheffield entwickelte Schwarzpolitur „nacherfunden" zu haben, sowie in der Erlangung eines kurfürstlichen Produktionsprivilegs als „unprivilegierter” Kaufmann. Ferner errichtete er in einem Gebäude vereinigt den ersten Solinger Fabrikbetrieb mit zentralem Kraftantrieb, in dem arbeitsteilig verschiedene Arbeitsgänge ausgeführt wurden. Neu war für die Solinger Industrie auch die Verlegung des Wasserrades von außen in das Kottengebäude, wodurch im Winter Produktionsausfälle durch Vereisung des Wasserrades vermieden wurden.

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