Zensus, Weihnachten für Statistiker

Wenn ich gegen diese Volkzählung wäre, würde ich dieses Foto nicht veröffentlichen.

Volkzzählung 2011Volkzzählung 2011

Ich freue mich schon darauf, wenn ich den Befragern Auskunft über meine persönlichen Lebensverhältnisse geben kann, welche Mieter ich ausnehme und was diese für sexuelle Vorlieben haben. Toll finde ich auch, dass der Gesetzgeber mich zwingt, den ihm auferlegten Datenschutz zu umgehen.

Und wer kann schon etwas gegen die Angabe seiner Religionszugehörigkeit haben? Hat die Religionszugehörigkeit jemals in der Geschichte – besonders in der deutschen – irgend eine Relevanz gehabt? Ich kann mich nicht daran erinnern.

Und was erzählt der Datenschutzbeauftragte des Landes NRW, Ulrich Lepper dazu? Der Datenklau bei Sony und die Sammelwut bei Apple zeige doch, dass im privaten Bereich viel mehr Daten erhoben würden, daher solle man sich über die Volkszählung nicht aufregen.
Mit anderen Worten, er legitimiert die staatliche Datensammlung mit den negativen Auswüchsen im privaten Bereich? Solche Leute sitzen genau dort, wo sie gebraucht werden.

Heute ist Weihnachten für die deutschen behördlichen Statistiker: Volkszählung im Verborgenen - http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/stichtag-fuer-den-zensus-volksz...

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Comments

Was haben wir 1983 ...

... für einen Aufstand gemacht ... gläserner Bürger etc. ... "Nein nein nein - das kommt gar nicht in Frage, ich lasse mich nicht durchleuchten, Frechheit, mein Privatleben gehört mir".

Und heute geben wir alle Vorlieben und so weiter freiwillig bei Facebook (laut Assange: Spitzelmaschine") ab (ich allerdings nicht) ... Seltsame Welt.

Gruss
Jens

An der Realität vorbei

Ich kann es langsam nicht mehr hören.

"Früher haben sie gemeckert, heute geben sie alles bei Facebook freiwillig preis."

Ein großer, wenn nicht sogar der überwiegende Teil der heutigen Facebook-User lebte 1983 bzw. 1987 überhaupt noch nicht oder interessiert sich eher dafür, was die Tante im Kindergarten zum besten gab. Vermutlich wird die Personengruppe, die damals nicht mitspielte, es heute ähnlich machen.

Was sich mit Sicherheit geändert hat, dass ist die Hörigkeit der Journalisten. Ich hatte heute den Eindruck, dass der überwiegende Teil dieser Werktätigen ins mediale Horn für die Zählung stieß. Ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Und immer wieder diese abgedroschenen Phrasen: Der Staat muss doch wissen, wie viele Altenheime zukünftig benötigt werden. Vielleicht sollte er einmal die Einwohnermeldeämter befragen. Oder er möchte wissen, womit die Hausbesitzer heizen. Wer weiß es besser als die Schornsteinfeger? Die könnten sogar die Messergebnisse liefern.

Und zum Abschluss: Es macht für mich immer noch einen gewaltigen Unterschied, ob ich freiwillig etwas gebe, oder ob ich dazu gezwungen werde. Das eine ist Großzügigkeit, vielleicht auch Dummheit, die andere Seite ist Diebstahl oder Nötigung.

Noch etwas. Vielleicht sollten wir wieder die Mengenlehre ins Schulprogramm aufnehmen. Vielleicht kann man anschließend die Menge der Leute, die bei Facebook, xing, studivz, Paypal oder sonst wo Daten tauschen, und die gegen die Volkszählung oder sonstige staatliche Datenerhebung sind, wieder besser auseinander halten. Momentan habe ich den Eindruck, dass man diese gerne in einen Topf wirft.

... Hörigkeit der Journalisten ...

... hat es damals weniger gegeben. Heute ziehen sich ja tüchtig entsprechende Schleimspuren bis ganz nach oben ins Kanzleramt.

Sich vorzustellen, wie solch ein Blender wie Guttenberg so weit kommen konnte - da muss man ja alles, was in den Siebzigern noch etwas bedeutete, negieren. Das ist aber wohl der "swing-back" der 20xx mit dem man dann wohl leben muss. (der hat so schöne Haare)

Gruss
Jens

Der hat so schöne Haare

und so tolle Sachen geleistet ...

Momentan finde ich den Spruch: "Wer zweifelt, sollte mal seinen Kopf untersuchen lassen!" etwas beängstigend.

Der gefakte Zensus-Fragebogen "Das dürfen die"

http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/das-duerf...

Er hat uns alle Fragen beantwortet. Warum, fragen wir, als wir uns als Journalisten zu erkennen geben. "Diese Staatshörigkeit, das Duckmäusertum, ist in den Deutschen wohl so drin. Ich bin vielleicht auch zu gutgläubig." Damals, 1987, sei das noch anders gewesen. Tausende seien gegen die Volkszählung auf die Straße gegangen. Und jetzt? "Heute zucken sie mit den Schultern."

sollte mal seinen Kopf untersuchen lassen

... die üblichen Totschlagargumente der "powertalking-geschulten-Schweinebacken". Auch gerne genommen: "das sehe ich anders". - der Dummbatz bekommt damit ein Gesicht ...

Flachpfeifen - allesamt.

Gruss
Jens

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