Brücke

Wenn es draußen pieselt

muss man eben ins Archiv ausweichen.

Die Brücke der ehemaligen Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn (RME): (Foto 7.10.2009)Die Brücke der ehemaligen Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn (RME): (Foto 7.10.2009)

Vor 100 Jahren beglückte jemand sein Fräulein mit dieser Ansichtskarte, die die Brücke ebenfalls zeigt.

Wupperpartie bei MüngstenWupperpartie bei Müngsten

Links auf der Postkarte die heutige Hofschaft Grunenburg.

Bin gespannt, wann die rostende Brücke selber über bzw. in die Wupper geht. Fachleute haben es schon vor Jahren prophezeit.

Die Windfelner Brücke

In der Nähe des Halfeshofes überspannt diese 40 Meter hohe eiserne Brücke einen Taleinschnitt. Namensgebend war/ist die nahegelegene Solinger Hofschaft Windfeln.

Das Windfelner Tal überspannende ViaduktDas Windfelner Tal überspannende Viadukt

Am 8.8.1892 schreibt der Remscheider General-Anzeiger: „Der Bau der das Windfelner Thal, Solinger Gebiet, überspannendes Viadukts wird jetzt begonnen. Für diese Thalbrücke werden zwei gemauerte Pfeiler errichtet; die Spannweite der durch sie gebildeten mittleren Oeffnung beträgt 49 1/4 m, die beiden Seitenspannungen haben eine Ausdehnung von je 45m, so daß die Brücke etwas 155m lang wird. Die Höhe der Pfeiler wird von der Fundamentsohle 28m, die Höhe der Fahrbahn in dem tiefsten Punkt des Thales 40m betragen.“

Die Windfelner Brücke wurde in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 1893 vor der Müngstener Brücke fertiggestellt, da sie zur Beschickung der Schaberger Brückenbaustelle notwendig war. Der erste Güterzug zwischen Solingen-Süd (heute Südpark) und Schaberg verkehrte am 14. Dezember 1893. Erbaut wurde die Brücke durch die Gutehoffnungshütte in Oberhausen, die Baukosten lagen bei rund 300.000 Mark.

Ich weiß jetzt eines, die Brücke kann man nur im Winter oder Frühjahr fotografisch festhalten.

Im Frühjahr 1893 nimmt der Brückenbau Gestalt an.: (Foto: Stadtarchiv Solingen)Im Frühjahr 1893 nimmt der Brückenbau Gestalt an.: (Foto: Stadtarchiv Solingen)

Gegenwärtig grübelt man in der Presse darüber nach, ob diese Brücke in einem ebenso erbärmlichen Zustand ist, wie die Müngstener Brücke.

Ein Foto aus dem Jahre 1950 auf dieser Seite (www.bahnen-wuppertal.de), zeigt die Brücke in ihrer "wahren" Pracht. Fotolink Windfelner Brücke Links im Hintergrund das Umspannwerk am Halfeshof.

"Aus der Brücke Eipaß wird ein Tunnel für die Trasse"

so betitelte am 10.06.2009 rp-online einen Artikel über die Korkenziehertrassen-Querung am Solinger Nordpol. Google-Maps

Straßenbrücke am Eipaß: noch steht sieStraßenbrücke am Eipaß: noch steht sie

In dem Artikel wird berichtet, dass die Stadt Solingen im Herbst 2008 eine Übersicht vorgelegt habe, die den Zustand aller Solinger Brücke dokumentiert. Im Prüfbericht zur der aus dem Jahre 1908 stammenden Brücke Eipaß soll mal lesen können, dass diese „so gravierende Mängel aufweist, dass kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden müssen."“

Unter kurzfristigen Maßnahmen verstand man das Anbringen von Fangnetzen unter der Brücke und die Senkung der Belastbarkeit auf 3,5 Tonnen. Im November 2009 sollte die Brücke abgerissen werden. Für die Abrisskosten plante die Stadt 30.000 Euro ein.

Da die Brücke Fürkeltrath mit der L 357n und damit auch mit der A 46 verbindet, kann man sie nicht ersatzlos entfernen. Geplant war und ist ein Straßendamm. Damit die Korkenziehertrasse weiterhin genutzt werden kann, soll durch diesen Damm ein 26 Meter langer „Tunnel“ aus Wellblech führen.

Zunächst soll die Brücke abgetragen werden, und anschließend kommt auf die Trasse eine große Röhre, die mit Erdreich abgedeckt werden soll. Oben drüber soll die zweispurige Straße gebaut werden. Die Kosten bezifferte man 2009 mit rund 300.000 Euro.

Wir schreiben das Jahr 2011, die Brücke steht immer noch. Aber es tut sich etwas, vor Ort steht die Beschilderung für die Sperrung der Strecke nach Wald einsatzbereit. Die zuvor unter der Brücke verlaufende Gasleitung hat man sehr kreativ in die nähere Botanik verpflanzt. Plakatiert ist der Abreitszeitraum mit 9.3. – 9.6.2011.

Mich würden die neuerlichen Kosten für den Rückbau samt Tunnel interessieren. Hat jemand Zahlen parat?

Etwas zur Geschichte des Gutes Eipaß steuert die Seite www.zeitspurensuche.de bei.

Von der Stadt Solingen gibt es zum Thema eine Pressemitteilung (137ri) vom 4.3.2011

Brücke Eipaßstraße: Abbruch beginnt früher

(pa) Rund eine Woche früher als geplant beginnen die Abbrucharbeiten an der Brücke Eipaßstraße. Die Vorarbeiten sind fast abgeschlossen, voraussichtlich ab Mittwoch, 9. März, wird daher die Eipaßstraße für etwa drei Monate unterbrochen. Gesperrt wird während dieser Zeit auch die Korkenziehertrasse zwischen den Zugängen an der Oberhaaner Straße und der Straße Fürkeltrath. Der Fußgänger- und Radverkehr wird über öffentliche Straßen und Wege geführt.

Widerlager der Brücke EipaßWiderlager der Brücke Eipaß

Solinger Bridge-View

Während am Holunderweg die Bauarbeiter mit Randale klarkommen müssen, rostet die stählerne Bogenbrücke der ehemaligen Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn weiter vor sich hin. Seit genau 2 Jahren ist das Unterfahren der Querungshilfe wegen Einsturzgefahr verboten. Was mit ihr passieren soll? Mir ist es nicht gelungen, dies in Erfahrung zu bringen. Ich werde von den mannigfaltigen Stadtdiensten immer an einen anderen verwiesen. So ist das, wenn für jeden Scheiß jemand anders zuständig ist - und hinterher will es wieder keiner gewesen. Jeder entscheidet nach Aktenlage (aus).
Aktenlage, ich habe da ein Bild im Kopfe …

Brücke der RME an der Grunenburg: (Postkarte 1911 gelaufen, Robert Fürst, Burg a.d. Wupper)Brücke der RME an der Grunenburg: (Postkarte 1911 gelaufen, Robert Fürst, Burg a.d. Wupper)

Die Gebäude links im Bild gehören zur Ortschaft Grunenburg. Der Fotograf stand auf der linken Wupperseite.

Links:

Hier noch der Gegenschuss auf den „Bahnhof Müngsten“:
Bahnhof Müngsten: (Verlag unbekannt, Aufnahme vermutlich um 1917)Bahnhof Müngsten: (Verlag unbekannt, Aufnahme vermutlich um 1917) Es würde mich nicht wundern, wenn der Fotograf der ersten Abbildung seine Kamera im Dachgeschoss des bildmittigen Hauses aufgebaut hatte.

Nachtrag: Auf Wunsch eines einzelnen Herren hier ein Foto aus der Gegenwart. Es zeigt in etwa die Aufnahmesituation der ersten Postkarte. Das mittige Haus der zweiten Postkarte stand ungefähr dort, wo der Bagger werkelt.

Blick von Müngsten Richtung Grunenburg: (Aufnahme April 2010)Blick von Müngsten Richtung Grunenburg: (Aufnahme April 2010)

Warum man die erste Aufnahmesituation heute nicht wiederholen kann, zeigt das nächste Foto:

Blick in Richtung Grunenburg: (August 2010)Blick in Richtung Grunenburg: (August 2010)

Statt Wiese mit Heureitern werden an gleicher Stelle heute motorbetriebene Kutschen abgestellt.

Wie füllt man das Sommerloch?

Antwort: Mit dem Abrissdreck von Brücken, der private Sperrung von Wanderwegen im Ittertal oder der Asphaltierung von Wanderwegen.

EinsturzgefahrEinsturzgefahr

Hier die neueste Meldung, die direkt neben der Wegeneubaumeldung im Solinger Tageblatt von heute zu finden ist:

Kein Neubau der Brücke Papiermühle

Verhandlungen zur Kostenteilung mit Wuppertal gescheitert.

Die Bauarbeiten an der Fußgängerbrücke Holunderweg haben begonnen [Der Abriss ist damit gemeint]. Aber wie schaut es mit der Brücke über die Wupper an der Papermühle aus? Ernst-Friedrich Honscheid vom Stadtdienst Natur und Umwelt erklärt, dass von städtischer Seite aus keine Maßnahmen bezüglich der Brücke mehr angedacht seien. „Wir haben mit der Stadt Wuppertal über eine 50-prozentige Kostenübernahme für den Neubau der Brücke verhandelt. Diese Verhandlungen sind gescheitert.“ Man rechne mit Kosten in Höhe von rund 200 000 Euro für einen Neubau, die für die Stadt Solingen allein nicht zu stemmen seien. „Außerdem ist die Stadt nicht Eigentümerin der Brücke“, betont Honscheid. „Der Solinger Teil gehört dem Eigentümer der Papiermühle.“ [Der Eigentümer dürfte Herr Lapawa bzw. einer seiner Firmen sein. ] Der Wuppertaler Teil stehe im Besitz der Bundesverwaltung, da sich das Widerlager auf der anderen Wupperseite an einer Landstraße befindet. Dennoch habe die Stadt Interesse daran gehabt, die Brücke neu zu errichten. „Es handelt sich um einen wichtigen Wanderweg. Nicht an vielen Stellen kann man entlang der Wanderwege die Wupper überqueren.“

Spaziergängerbrücke an der Papiermühle: (Mai 2007)Spaziergängerbrücke an der Papiermühle: (Mai 2007)

Bin gespannt, wie man jetzt weiter vorgeht. Lässt man die Brücke vor sich hin rosten, hängt dann wieder Schilder zum Schutze der Kanuten über die Wupper ? Muss der Eigentümer das Hindernis auf eigene Kosten entfernen? Seit wann ist die Stadt Solingen bzw. der passende Stadtdienst nicht mehr Eigentümer der Brücke?

Und wenn jetzt jemand nach der Gitterbrücke der ehemaligen Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn fragt, die wenige Meter unterhalb an der Grunenburg die Wupper mit Rost speist, da kann ich nur antwortet: Die Stadt Solingen antwortet mir nicht mehr auf Anfragen bezüglich der Abrissplanung.

Ein paar Schritte über die Wupper

Was macht man am Vatertag, wenn man selber kein Vater ist? Man krallt sich den Nachbarblogger und knipst zur Blauen Stunde die letzte Woche offiziell eingeweihte Wupperbrücke in der Kohlfurth:

Kohlfurther Bogenbrücke: während der Blauen StundeKohlfurther Bogenbrücke: während der Blauen Stunde

Hat jemand eine Idee, warum man die gerade aufwändig restaurierten Bogenbrückenteile jeweils an einer Stelle im oberen Bereich auseinandergeschweißt hat? Immerhin klafft auf beiden Seiten jetzt jeweils ein 2 Zentimeter breiter Luftspalt.

Der Blogowner himselfDer Blogowner himself

und schon wieder weg

Geister auf der BrückeGeister auf der Brücke

Was lange währt, wird endlich gut

Es wird endlich Zeit, dass ich es nachliefere; ansonsten wird das nichts mehr:

Brückenstraße: mit BrückeBrückenstraße: mit Brücke

Am Freitag, den 12. März entfernte ein Kran in den frühen Morgenstunden die verbliebenen Brückenreste.

Brückenstraße: ohne Brücke - jetzt Ohne-Brücken-Straße?Brückenstraße: ohne Brücke - jetzt Ohne-Brücken-Straße?

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