Wupper

Der Pegelstand der Wupper

oder meiner Griesgrämigkeit:

Pegellatte in Glüder: am 13. Januar 2011 zur MittagszeitPegellatte in Glüder: am 13. Januar 2011 zur Mittagszeit

Hofschaft Glüder: wenn die Wupper ihr Bett verlässtHofschaft Glüder: wenn die Wupper ihr Bett verlässt

Balkhauser Kotten: mit seinem neuen WasserradBalkhauser Kotten: mit seinem neuen Wasserrad

Wenn Neptun, Poseidon und der Mühlenradbauer Klaus Adriaans am kommenden Dienstag mitspielen, dann soll es sich wieder mit Hilfe der Kraft des Wupperwassers drehen.

Und hier sieht man, warum die Wupper von Zeit zu Zeit das Bett verlässt. Weil Hunde bzw. ihre Dosenöffner nicht lesen können, wischt sie feucht durch.

großformatige Geilstellensäuberunggroßformatige Geilstellensäuberung

Wupperhochwasser Teil 2

Über Nacht legte der Pegel gut einen halber Meter zu (240cm am Pegel Glüder) , hier ein paar Impressionen:

unterschlächtiges Wasserrad Baujahr 2010: am Balkhauser Kottenunterschlächtiges Wasserrad Baujahr 2010: am Balkhauser Kotten

Ein paar Kilometer flussabwärts …

Wipperkotten: in der WipperaueWipperkotten: in der Wipperaue

gut gewässerte Pferdesperre: ohne Gummistiefel geht da nichts mehrgut gewässerte Pferdesperre: ohne Gummistiefel geht da nichts mehr

Dann unterbrach ein Großaufgebot der Solinger Feuerwehr den friedlichen Sonntagsspaziergang, sperrte die Wupperbrücke in der Wipperaue sowie einige umliegenden Wege.

Ich zitiere hier aus der Pressemappe der Wuppertal Polizeidirektion:

Kanufahrer trieb in der Wupper

Solingen (ots) - Feuerwehrleute, die im Bereich Solingen-Unterburg im Einsatz waren, bemerkten heute Mittag, 09.01.2010, gegen 13.00 Uhr, einen Kanufahrer, der offensichtlich gekentert war und mit seinem Boot flussabwärts in Richtung Leichlingen trieb. Im Rahmen umfangreicher Suchmaßnahmen konnten mit Hilfe eines Polizeihubschraubers, der die Wupper mehrfach abflog, gegen 13.40 Uhr, zwei Personen mit ihren Kanus zu Fuß im Bereich des Klärwerks am Hasencleverstraße angetroffen werden. Einer der beiden Männer, ein 41-jähriger Leverkusener auf den die Beschreibung zutraf, gab an, dass er kentert sei und sich unverletzt ans Ufer habe retten können. Eine Gruppe anderer Kanuten habe ihm dabei geholfen.

Wildwasser-Kajak auf der Wupper: nicht ganz ungefährlichWildwasser-Kajak auf der Wupper: nicht ganz ungefährlich

Diese Truppe vermisste keinen Kollegen. Sie warten oberhalb des Wipperkottenwehres auf die Erlaubnis, die von der Feuerwehr errichtete Auffangsperre zu passieren.

Solinger Feuerwehr: im EinsatzSolinger Feuerwehr: im Einsatz

Normalerweise macht man mit diesem Wagen Häuser nass, heute wollte man übermütige Sportler aus dem Nass befreien.

Leiterwagen Drehleiter einmal in einem anderen EinsatzLeiterwagen Drehleiter einmal in einem anderen Einsatz

Wir warten aufs Christkind: Nein, ein Kajakfahrer soll es seinWir warten aufs Christkind: Nein, ein Kajakfahrer soll es sein

Wupper, etwas aus dem Bett gehüpft: WipperaueWupper, etwas aus dem Bett gehüpft: Wipperaue

+12 Grad Celsius und Hochwasser

April April, jedenfalls was das Hochwasser der Wupper und dem Eschbach betrifft. Beim Menschen hieße es "erhöhte Temperatur".

Achtung Flutwelle im VorgartenAchtung Flutwelle im Vorgarten

Fußweg zum Brückenpark Müngsten: Wichtig! Eispickel und Airbag nicht vergessen!Fußweg zum Brückenpark Müngsten: Wichtig! Eispickel und Airbag nicht vergessen!

Bemerkenswerte finde ich, dass ein Winterdienst im Brückenpark (angefangen am Parkplatz) trotz praktizierender Gastronomie durch Abwesenheit glänzt. An vielen Stellen kann man Schlittschuhlaufen, insbesondere auf einigen Treppen. Beschämend. Oder liegt es daran, dass die Lebenshilfe im Eismachen geübt ist?

Haus Müngsten an der gut gefüllten WupperHaus Müngsten an der gut gefüllten Wupper

Unterburg machte wie üblich einen sehr verschlafenen Eindruck. Kein einziger Sandsack ließ sich blicken. Dafür hängen immer noch rot gekleidete und durchweichte Sackträger an den Fassaden herum, während die Gastronomie Gänsebraten anbietet. Positiv wäre festzuhalten, dass die Seilbahn Gäste transportierte.

China-Thai-Restaurant Burg: hier werden schon seit Monaten garantiert keine dioxinverseuchte Speisen serviertChina-Thai-Restaurant Burg: hier werden schon seit Monaten garantiert keine dioxinverseuchte Speisen serviert

Wo Gott nicht bauet das Haus so bauen alle de daran arbeiten umbsonst. Peter Fischer anno 1707, Anmarei E. FischerWo Gott nicht bauet das Haus so bauen alle de daran arbeiten umbsonst. Peter Fischer anno 1707, Anmarei E. Fischer

Balkhauser Kotten: Ausbau des alten Wasserrades

Der erste Schritt ist erfolgt. Das alte Wasserrad und die am Ende morsche Wasserradwelle des Balkhauser Kottens sind entfernt. Morgen um 11 Uhr werden die neuen Modelle eingesetzt.

Das alte Wasserrad ist zur Hälfte demontiertDas alte Wasserrad ist zur Hälfte demontiert

Wasserradwelle: Die Zapfenaufnahme wollte nicht mehr. Das Kammrad steht noch im Kotten.Wasserradwelle: Die Zapfenaufnahme wollte nicht mehr. Das Kammrad steht noch im Kotten.

Da schwebt sie hin: die alte, morsche Wasserradwelle. Gut und gerne zwei Tonnen Eichenholz am Kranhaken.Da schwebt sie hin: die alte, morsche Wasserradwelle. Gut und gerne zwei Tonnen Eichenholz am Kranhaken.

Wer ist für den Hub verantwortlich?: ScalabrinWer ist für den Hub verantwortlich?: Scalabrin

Die Wupper und ihr Bett

Nach diesem gestrigen andauernden Regen hatte ich Schlimmeres befürchtet. In Glüder und Balkhausen verließ sie nur an wenigen Stellen im Laufe der Nacht ihr zugedachtes Bett. Momentan kann man zusehen, wie der Wasserpegel minütlich sinkt.

Wupper in BalkhausenWupper in Balkhausen

Tiere nutzen bei unglaublichen +15°C das Vorgefundene. Dieser Bulle scheint Gefallen an dem Sandkasten gefunden zu haben.

Ausschnitt: Gemach, GemachAusschnitt: Gemach, Gemach

Pegel-Latte in Glüder: Ablesewert 205cmPegel-Latte in Glüder: Ablesewert 205cm

Am Auer Kotten passt keine Handbreit Wasser mehr durch den Einlass in den Obergraben.

Gewaltschütz Auer KottenGewaltschütz Auer Kotten

Nebenan badet dieser Minibagger des Wupperverbandes und scheint einen kräftigen Schluck aus der Wupper zu nehmen.

Minibagger: vor dem Auerkottener WehrMinibagger: vor dem Auerkottener Wehr

Auf Spurensuche rund um die Papiermühle

Mit von der Partie: Herr Olsen

Von den Werk-Gebäuden der einstigen Papiermühle ist fast nichts mehr vorhanden.

Hier ein Vergleich:

Solinger Papiermühle: im Februar 2002Solinger Papiermühle: im Februar 2002

Markiert habe ich den Fassadenabschnitt, der noch vorhanden ist und im nächsten Foto zu sehen ist.

Fassadenrest im August 2010: PapiermühleFassadenrest im August 2010: Papiermühle

Positiv kann man bemerken, dass man in Hofschaft Papiermühle mächtig aufgeräumt hat.

Vor Ort kann man auf einer Stele etwas zur Geschichte lesen:

Schriften aus Salingiacum

Der Buchdruck war gerade erst erfunden und nur wenige Menschen konnten lesen und schreiben, als Mönche des Altenberger Klosters um 1520 hier die erste Papiermühle im Herzogtum Jülich und Berg errichteten. Zur Herstellung benötigten sie jede Menge Lumpen, die es in der dicht bevölkerten Gegend reichlich gab. Das Bindemittel gewann man aus Knochen- und Hornabfällen aus der Schneidwarenindustrie. 1537 übernahm der sehr gebildete Buchdrucker Johann Soter aus Köln die Mühle. Hier konnte er das Papier für die von ihm vertriebenen theologischen Schriften und Werke Homers, Ciceros und Aristoteles herstellen. Als Druckort gab Soter „Salingiacum“ – eine Latinisierung des Namens Solingen an. 300 Jahre blieb die Papiermühle im Besitz der Familie Soter. Die wachsende Industrie schätzte ihr Blaunähnadelpapier, ein aus alten Schiffstauen hergestelltes, wasserabweisendes Verpackungsmaterial. 1826 übernahm die Familie Jagenberg den Betrieb. Die Mechanisierung in großem Stil, angetrieben von einer 300 PS Dampfmaschine, erfolgte in den 1860er Jahren. Neben weißen Druck- und Schreibpapieren hatte man sich auf säurefreies, rostschützendes Packpapier für die Stahlindustrie spezialisiert. Nachdem 1880 große Teile der Anlagen abgebrannt waren, entstand eine moderne Fabrik, die bis in 1990er Jahre produzierte. Zu ihr gehörten die 1907/08 errichteten Wohnhäuser mit Selbstversorgergärten.

Fabrikantenvilla der Familie Jagenberg: errichtet 1898Fabrikantenvilla der Familie Jagenberg: errichtet 1898

Auf dem runden Sockel im Vordergrund soll einmal ein Kollergang gestand haben.

Hier ein Blick in Richtung Wupper, Cronenberg:

Papiermühle: heute überwiegt das Grün in dieser IndustriebrachePapiermühle: heute überwiegt das Grün in dieser Industriebrache

Wenn man die Idylle verlässt, so stößt man bald auf – richtig – Schilder:

Bitte nicht füttern !: Wir müssen Wolle geben.Bitte nicht füttern !: Wir müssen Wolle geben.

Die Wupper, der bergische Amazonas ?

NoNo

Doch !

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