Wupper

Rund um die Müngstener Brücke

Eiffel Deutschland StahltechnologieEiffel Deutschland Stahltechnologie

Könnte nach später Genugtuung klingen. Wer restauriert den alten Gaul?

Man hat ihn wieder aktiviert, den alten Bauplatz oben in Schaberg neben dem Bahnhof.

Der alte neue Bauplatz in SchabergDer alte neue Bauplatz in Schaberg

Und ganz wichtig:

Verunreinigter Boden !Verunreinigter Boden !

Ob dieses Feld damit gemeint sein kann?

FeldfrüchteFeldfrüchte

Gut 100 Meter tiefer werkelt ein Künstler in der Wupper an einem anderen Kunstwerk.

Zoran Velinov in der WupperZoran Velinov in der Wupper

Blick zurück

Manchmal blättere ich gerne in meinem Fotoarchiv. So fand ich dieses Foto, das genau vor 10 Jahren entstand. Eine Erdbeere am Wupperufer der Wüstung Bielsteiner Kotten. Wie mag die nur dahin gekommen sein?

Erdbeere an WupperuferErdbeere an Wupperufer

Es gibt so eine Theorie, die besagt, dass jemand oberhalb die Brücke über die Wupper nutzt, um unnützes Zeug zu entsorgen. Die Wupper als Abwasserkanal? Wäre nicht neu: Quasi gute, alte Tradition.

Ein paar Monate zuvor war noch toter Fisch angesagt:

Lachsplatten, 35 Euro das KiloLachsplatten, 35 Euro das Kilo

Hat einer eine Idee, was eine Lachsplatte ist? Lachs ohne Haare am Kopf?

Sensibles Biotop

"Badeanstalt" im Brückenpark: im Juli 2006"Badeanstalt" im Brückenpark: im Juli 2006

Vor ein paar Tagen hatte ich schon einmal das Badeverbot in der Wupper thematisiert. Jetzt noch einmal im amtsdeutsch!

Aus einer Pressemitteilung der Stadt Solingen vom 20.08.2012 - pe:

Das Baden in der Wupper ist verboten

Wer den Müngstener Brückenpark zum Aufenthalt in diesen Tagen aufsucht, ist versucht, Kühlung in der sanft dahinströmenden Wupper zu suchen. Doch das ist leider nicht erlaubt. Die Wupper und Ihre Ufer sind laut Landschaftsplan der Stadt Solingen und Landschaftsplan der Stadt Remscheid besonders geschützte Gebiete und damit ist das Baden in der Wupper verboten. Darauf weist der Stadtdienst Natur und Umwelt hin.

Allein die mit Steinen gestalteten Teile des Ufers im neuen Park dürfen betreten werden. Das Badeverbot bezieht sich auf den Flusslauf der Wupper ab der alten Wupperbrücke am Müngstener Brückenweg (Napoleonsbrücke), den Auslaufkanal des Schaltkottens und reicht weiter bis zur Stadtgrenze nach Leichlingen und darüber hinaus. Das Baden im Fluss kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Geschützt werden seit 2005 die Wupper als naturnaher Fluss und die Wupperhänge mit den zahlreichen Seitenbächen und den typischen Buchenwäldern. Die Fließgewässer und die Wälder bieten zahlreichen seltenen Arten, wie dem an die Wupper gebundenen Eisvogel, Lebensraum. Doch die Rückkehr des Lebens in den früher toten „Industriefluss“ ist bedroht, wenn die Nutzung des Flusses und seiner Uferzonen ein bestimmtes Maß überschreitet. So wurde in laufenden Untersuchungen festgestellt, dass durch die Freizeitaktivitäten im Bereich des Brückenparks seit 2006 die Unterwasservegetation, die Fische als Aufenthalts-, Brut- und Nahrungsraum benötigen, vollständig verschwunden ist.

Erlaubt ist das Betreten des Flusses nur den Anglern im Rahmen „ordnungsgemäßer Fischereiausübung“, eine Ausnahme, die das Landschaftsgesetz ausdrücklich zulässt.

Für Wasserwanderer und Kanusportler gibt es Regeln. Dazu gehört, dass nur bestimmte Einstiegs- und Umtragestellen benutzt werden dürfen und dass die Wupper eine ausreichende Wassertiefe haben muss: 73 cm Pegelstand für die Fahrt ab Müngsten, 60 cm für die Fahrt ab Wupperhof. Zugelassen sind Boote bis maximal vier Personen. Picknicken an Ufern und Aussteigen auf Kiesbänken sind verboten. Ebenso sollen die Wasserpflanzen möglichst nicht abgerissen werden.

Zum Nachlesen gibt es den Landschaftsplan der Stadt Solingen im Internet:

http://www.solingen.de/landschaftsplan.

Der vom Stadtrat nach einem umfangreichen Beteiligungsverfahren im Jahr 2005 verabschiedete Landschaftsplan ist in Text und Karte gegliedert und beinhaltet alle Schutzfestsetzungen im Freiraum Solingens.

Das kommt davon, wenn man so bedenkenlos einen Fluss als FFH-Gebiet ausweist und gleichzeitig einen Freizeitpark unter der Brücke plant. Vielleicht sollte man darüber nachdenken, die Fischerprüfung abzulegen.

Kann mir jemand beantworten, zu was die noch vorhandene Unterwasservegetation gut ist?

Was liest man in den Massenmedien?

Ein paar interessante Links zum Thema (Seiten des Wupperverbandes):

Müngstener Brücke und BrückenparkMüngstener Brücke und Brückenpark

Was ist ein FFH-Gebiet?

Zitat aus der Broschüre „Kanusport im FFH-Gebiet Wupper“: FFH steht für Flora (Pflanzenwelt), Fauna (Tierwelt), Habitat (Lebensraum). Die FFH-Richtlinie ist auf europäischer Ebene erlassen worden, mit dem Ziel, ein europaweit
zusammenhängendes, ökologisches Netz von besonderen Naturräumen zu schaffen. Die Wupper mit angrenzenden Siefen, Bächen und Buchenwäldern ist Teil dieses europäischen Biotopverbundes. Im Naturraum Wupper besteht nunmehr eine besondere Verantwortung z.B. für die Unterwasservegetation, den Eisvogel, die Groppe (Fisch), das Fluss- und Bachneunauge (Rundmäuler) sowie die Hainsimsen-Buchenwälder.

Baden verboten  Der Oberbürgermeister: aus dem Jahre 2006, Anfang  AugustBaden verboten Der Oberbürgermeister: aus dem Jahre 2006, Anfang August

Der frisch verlegte Rollrasen war noch nicht angewachsen, da sprossen diese Schilder aus dem Boden.

Der Brückenzauber

Das war einmal eine Veranstaltung, die im Rahmen der Regionale 2006 rund um den Bau des Müngstener Brückenparks erstmals im Jahre 2003 das Licht der Welt erblickte.

Brückenzauber an der Müngstener Brücke: Aufnahme aus dem Jahre 2003Brückenzauber an der Müngstener Brücke: Aufnahme aus dem Jahre 2003

Als 2006 die Politik das Feuer in dem mühsam errichteten Leuchtturm mit seiner Eröffnung entzündete, hat man es gleichzeitig dem Erlöschen preisgegeben. Heute hat man nur noch Geld für das Errichten eines neuen Leuchtturmprojektes. Der Betrieb ist nicht bedacht. Warum? Nur das Errichten zählt zum Fetisch Wachstum. Mit dem Erhalt werben nur Konservative.

Aus dem Brückenzauber ist dieses Jahr die von der Lebenshilfe ausgerichtete Veranstaltung „Zauberhaftes an der Brücke 2012“ geworden.

Wer 2003 aufmerksam die hübsche Installation im Wald betrachtete, konnte schon die Zukunft erahnen:
Tulpe ohne WasserTulpe ohne Wasser

Wir sparen - vermutlich an der falschen Stelle

Für Leuchtturmprojekte ist Geld im Überfluss vorhanden, bei der Instandhaltung fehlt es an allen Ecken und Kanten.

Wegeverbindung nach Nesselrath gesperrt !Wegeverbindung nach Nesselrath gesperrt !

Das Betreten der "Juckelbrücke" ist verboten: Lebensgefahr !Das Betreten der "Juckelbrücke" ist verboten: Lebensgefahr !

An einem noch vollständigem Laternenpfahl in unmittelbarer Nähe fand ich diesen Aufkleber:

Heute schlafe ich aus ...: und morgen geh ich auch nicht zur Arbeit !Heute schlafe ich aus ...: und morgen geh ich auch nicht zur Arbeit !

Apropos sparen: Wenn ich unsere medienpräsenten Politiker richtiger verstehe, dann ist Sparen in etwa so zu verstehen, als ob ein dicker Mensch behauptet, er nähme ab, weil er im vergangen Monat weniger zugenommen habe im Vergleich zum Monat im letzten Jahr.

Man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben

Die Tage hatte ich das Solinger Tageblatt bei der Berichterstattung über den Auer Kotten lobend erwähnt. Heute bringt die Solinger Intelligenz eine Rechtfertigung, warum die Kanuten nicht dem historischen Wehr am Wipperkotten schaden, die nur so voll Ungenauigkeiten, wenn nicht sogar Fehler steckt.

Fischtreppe Wipperkotten - Kanu Harbour: (September 2009)Fischtreppe Wipperkotten - Kanu Harbour: (September 2009)

Hier der Link auf den Originalbeitrag im ST: Wupper drückt aufs alte Wehr

Wo soll ich anfagen? Wenn Hans-Jürgen Funke bei hohem Wasser auf der Wupper flussabwärts unterwegs ist … stellt sich mir direkt die Frage, ob er bei niedrigem Wasser flussaufwärts unterwegs ist. OK, der Chefredakteur würde mich jetzt wieder in die Nähe eines Korinthenkackers rücken.

Wann die [alte Fischtreppe] gebaut wurde, weiß so genau hier kaum jemand. Muss das jeder wissen?

Das Wehr ist seit 1974 denkmalgeschützt Das Wehr ist seit Mai 1983 bzw. September 1984 in der Solinger Denkmalliste eingetragen (so die Daten der Unteren Denkmalbehörde). Die Familie Rodenkirchen (Innenkotten) schreibt auf ihrer Webseite: „Kurz vor dem geplanten Abriss des Wipperkottens wurde durch private Initiative die gesamte Kottenanlage mit Stauwehr 1955 unter Denkmalschutz gestellt.“

Das Wehr selbst stammt ungefähr aus dem 17. Jahrhundert. Woher weiß man das? Vermutlich hat der Kajakfahrer bei einer seiner Eskimorollen das Bauschild entdeckt. Ja, es soll eine urkundliche Erwähnung des Wipperkotten aus dem Jahre 1605 geben. Aber dadurch das heutige Wehr in diese Zeit zu datieren, halte ich für eine gewagte These.

Bei Hochwasser kann der Fluss 27 km/h erreichen. Bei extremem Hochwasser heißt das sogar bis zu zwei Meter pro Sekunde. Rechnen wir mal ein wenig 27 km/h == 27000m/h. Eine Stunde hat 3600 Sekunden => 27000/3600 m/s = 7,5 m/s . Und bei extremen Hochwasser NUR 2 m/s? Da stimmt was nicht. Oder ich kann nicht mehr rechnen.
Dann drücken 240 m³ in der Sekunde auf jedes Hindernis. Keine Ahnung, woher das ST diese Mengenangabe hat. Am Pegel Glüder steht etwas von 204 m³/s als höchster Mengenabfluss im Jahre 1970. Und dass diese Wassermassen dann auf jedes Hindernis drücken …

„Dort stand bis in die 70er Jahre das Wehr des alten Untenfriedrichstaler Kottens“, sagt Funke. Das lieferte bis 1941 die Wasserkraft für den ungewöhnlich großen Produktionsbetrieb. In den 80er Jahren wurde die Mauer im Fluss abgerissen.

1941 ging das Wasserrad des Untenfriedrichstaler Kottens zu Bruch, anschließend stellte man auf eine Turbine um. Diese wurde ebenfalls durch die Kraft des aufgestauten Wupperwassers angetrieben. Wie kann das Wehr nur bis in die 70er Jahre gestanden haben, wenn die zugehörige Mauer erst in den 80 Jahren abgerissen wurde?

Dass das Wehr gut zwei Kilometer weiter flussaufwärts zum Wipperkotten lag, ist eine leichte Übertreibung; 1500 Meter treffen eher zu. Und was das nicht mehr vorhandene Wehr mit der Zerstörungskraft der Wupper zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. OK, die Baumstämme, die nach dem Auer Kotten (dort gibt es noch ein intaktes Wehr) in die Wupper fallen, treffen irgendwann als Treibgut auf das Wehr des Wipperkottens.

WIPPERKOTTEN Original erhaltene Doppelkottenanlage aus dem 17. Jahrhundert. Der Innenkotten wurde nach 1945 zu Wohn- und Atelierräumen umgebaut. Erste urkundliche Dokumente sollen aus dem Jahre 1605 stammen. Die heutige Doppelkottenanlage ist mitnichten original erhalten. Spätestens mit den Bränden in den Jahre 1783 und 1858 gab sich das mit dem Original. Der Innenkotten wurde 1954 von Hans Karl Rodenkirchen entdeckt und später von ihm in sein Wohnhaus und Atelier umgebaut. [Diese Textpassage stammt vermutlich aus einem Aufsatz von Jochem Putsch; Der Wipperkotten in Solingen, Rheinische Kunststätten Heft 462, 2002]

Auf der Wupper und anderen Flüssen hat Kanute Funke mehr als 120 000 Flusskilometer in 30 Jahren zurückgelegt. Fleißig der Herr; nach Schürmanns Rechenbuch müsste er dann knapp 11 Kilometer am Tag und zwar jeden Tag mit seinem Boot unterwegs gewesen sein.

So, als Fragen und Anmerkungen soll das reichen.

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