Sengbachtalsperre

Die alte Dame Sengbachtalsperre

Trotz ihrer 110 Jahre hält sie immer noch ihr Wasser.

Nach der Sanierung kann man sie wieder in ihrer vollen Schönheit bewundern. Und gegenwärtig ist sie bis oben hin voll mit Wasser.

Sengbachtalsperre: von einem Zugangsweg zur Mauer aus gesehen.Sengbachtalsperre: von einem Zugangsweg zur Mauer aus gesehen.

Pegel-Markierung: an einem der beiden Wasserentnahme-TürmchenPegel-Markierung: an einem der beiden Wasserentnahme-Türmchen

Mauer der Sengbachtalsperre: LuftseiteMauer der Sengbachtalsperre: Luftseite

Wenn ich mir die Fotos so ansehen, dann keimt in mir die Frage, was wäre, wenn es diese Talsperre nicht gäbe und unsere Stadtväter auf die Idee kämen, diese Trinkwassertalsperre im schönen Solinger Süden zu bauen. Vermutlich würden sich innerhalb kürzester Zeit diverse Bürgerinitiativen bilden, die Bürger von Glüder dürften Gutachten vorlegen, die nachweisen, dass sie beim Dammbruch baden gehen würden usw.

Jahre später will das Trinkwasser und die Wege rund um das Nass keiner mehr missen.

Ich spiele auf die Windräder an, die an der Talsperre geplant sind oder sein sollen. Von „Verspargelung“ ist heute die Rede. Gab es damals den Begriff „Vermauerung“?

An einem Sonntag im April

bei etwas mehr als 10 Grad und sporadischem Regen:

Sengbachtalsperrenmauer: zur Sanierung teilweise eingerüstetSengbachtalsperrenmauer: zur Sanierung teilweise eingerüstet

Bergisch Bikers United: wenn man die Waldwege nicht unsicher macht, dann verklebt man Sticker in selbigemBergisch Bikers United: wenn man die Waldwege nicht unsicher macht, dann verklebt man Sticker in selbigem

Die drei Einsamen - Fundsache aus dem Bildarchiv

Strohner Höhe: Februar 2007Strohner Höhe: Februar 2007

Zwischen den beiden Fotos liegen 4 Jahre.
Im Januar 2007 rodete Sturm „Kyrill“ rund um die Sengbachtalsperre Teile des Fabrikwaldes.

Strohner Höhe im Mai 2011Strohner Höhe im Mai 2011

Googlemaps: Strohnerhöhe

Instandsetzung der Mauerluftseite

In Glüder weist ein Schild den Weg.

Baustellenschild in Glüder: SengbachtalsperreBaustellenschild in Glüder: Sengbachtalsperre

Und im sonst ruhigen Tal des aufgestauten Sengbaches verlauten Töne einer Handvoll arbeitender Männer. Schimpfen funktioniert auch bei Muskelarbeit.

Luftseite der Talsperrenmauer: SengbachtalsperreLuftseite der Talsperrenmauer: Sengbachtalsperre

eingerüstete Mauerluftseiteeingerüstete Mauerluftseite

Mehr als nur Fassade

Sengbachtalsperre: (Aufnahme August 2009)Sengbachtalsperre: (Aufnahme August 2009)

Frisch aus der Presse der Solinger Stadtwerke:

Mehr als nur Fassade - SWS sanieren Mauer der Sengbachtalsperre

Die Stadtwerke Solingen (SWS) haben in dieser Woche mit den Vorbereitungen zur Sanierung der Mauer der Sengbachtalsperre begonnen. „Keine Sorge, die Mauer ist solide und vollkommen intakt“, betont Roland Sorgenicht, Talsperrenmeister bei den SWS. „Unsere Arbeiten an der Fassade sind reine Vorsorge, die aber wichtig und aufwendig ist.“ Ein halbes Jahr lang werden die Fugen und einzelne Steine der Luftseite der Mauer erneuert. Die Mauerseite, die im Wasser liegt, bleibt unangetastet. Besucher des Naherholungsgebietes sollten sich in den nächsten Monaten auf Baulärm und einen 1,20 Meter breiten Gehweg auf der Talsperrenmauer einstellen.

Damit die Sengbachtalsperre nicht buchstäblich aus den Fugen gerät, lassen die Stadtwerke rund 4000 Quadratmeter Mauerfläche sanieren – jedoch ausschließlich die Fassade in Form von Steinen und Fugen. Die Mauer ist unten am Sockel 36,5 Meter dick, oben auf der Krone fünf Meter dick. Die Krümmung stellt auch den Gerüstbauer Teupe und Söhne Gerüstbau GmbH aus Stadtlohn vor eine besondere Aufgabe. Der Gerüstbauer hat neben der Lutherkirche in Solingen auch Bauwerke wie den Petersdom in Rom mit Gerüst versehen. Das Bauunternehmen Spesa Spezialbau und Sanierung GmbH, mit Sitz in Schrobenhausen [Bayern] und Referenzen von der Schleuse in Hechtsforth bis zur Stadtmauer in Nordhausen, führt die Sanierungsarbeiten aus. Etwa sechs Zentimeter tief werden Fugen herausgebrochen und mit neuer Mörtelmasse abgedichtet. Einzelne lose Steine werden ebenfalls erneuert. Von der Sohle bis zur Krone misst die Mauer 43 Meter Höhe. Wer die Krone auf der Mauer abschreitet, legt 178 Meter zurück. „Eine außergewöhnliche Maßnahme, die es in dieser Form seit dem Bau der Talsperrenmauer vor 108 Jahren noch nicht gegeben hat“, beschreibt Projektleiter Roland Sorgenicht die Herausforderung, bei der ihn auch die Projektwerk Ingenieurgesellschaft mbH aus Netphen unterstützt, die bei mehreren Sanierungen von Talsperrenmauern mit der technischen Bauleitung betraut war.

Mehr als Kosmetik: SWS-Talsperrenmeister Sorgenicht erläutert, warum die Fassade so wichtig für die „atmende“ Talsperrenmauer ist: „Die Fassade der Mauer schützt das Innere vor Umwelteinflüssen. Die Mauer atmet sogar: Wasser diffundiert in die Mauer und verdunstet auch wieder. Das funktioniert nur, wenn die Fugen mit der richtigen Mörtelmasse abgedichtet werden.“ Frost, saurer Regen, Sonne und Bewuchs seien den Fugen in den letzten Jahrzehnten zuleibe gerückt. „Sind die Fugen defekt, geraten größere Mengen Wasser ins Innere der Mauer, und dann geht es an die Substanz, die Mauer würde von innen marode werden. Das verhindern wir durch die Erneuerung der Fugen.“ Die Sanierung müsse, um erfolgreich zu sein, vor dem ersten Frost im Herbst abgeschlossen sein. „Deswegen laufen die Arbeiten an der Mauer mit Hochdruck – vielleicht auch am Wochenende.“

Dass die Sanierung gerade im Hinblick auf ökologische Verträglichkeit vorbildlich sein werde, betont Norbert Kellner, Wasserwerksleiter bei den Stadtwerken: „Naherholungsgebiet und Wasserlieferant: Die Sengbachtalsperre steht für nachhaltigen Gewässerschutz und ungetrübten Trinkwassergenuss. Wir – und insbesondere unser Talsperrenmeister Roland Sorgenicht - sorgen dafür, dass auch die Sanierung den höchsten ökologischen Ansprüchen genügt.“ So habe man sich bei der Mörtelmasse nicht etwa für ein High-Tech-Gemisch entschieden, sondern für die Mörtelmischung, die schon vor 108 Jahren beim Bau der Mauer zum Einsatz kam und für den erneuten Einsatz noch einmal genau untersucht wurde. „Die Fugen werden von Hand aufgestemmt und mit reinem Wasser ausgespült. So entsteht kein Baustaub. Herausgestemmte Fugen und Steine werden sofort fachgerecht entsorgt. Die Umwelt und vor allem das Talsperrenwasser bleiben absolut sauber“, so Norbert Kellner.

Geräuschlos sei die Sanierung allerdings nicht: „Die Arbeiter werden mit Pressluft und elektronischen Stemmhämmern den alten Fugen Druck machen“, bestätigt Wasserwerksleiter Kellner. „Da lässt sich Lärm nicht vermeiden.“ Auf dem Weg Strohn sei mit Baustellenverkehr zu rechnen. Der Weg wurde ausgebessert und um zwei Buchten für Ausweichverkehr erweitert. Besucher des Naherholungsgebietes können auf der Talsperrenmauer zwar auch während der Arbeiten laufen, müssen sich jedoch auf einen 1,20 Meter schmalen Gehweg einstellen. „Die Abzäunung des Bereiches ist aus Sicherheitsgründen zwingend erforderlich“, so Kellner. „Leider können wir während der gesamten Sanierung auch keine Führungen in der Talsperrenmauer anbieten. Gruppen, die das Wasserwerk Glüder besichtigen möchten, sind jedoch nach wie vor willkommen und können telefonisch unter 0212 295-2424 einen Termin vereinbaren.“

In der Mauer der Sengbachtalsperre: (Mai 2001) Der Stollen wurde vor Jahren nachträglich bergmännisch in die Mauer gestemmt.In der Mauer der Sengbachtalsperre: (Mai 2001) Der Stollen wurde vor Jahren nachträglich bergmännisch in die Mauer gestemmt.

zukünftiger Bauplatz an der trockenen Luftseite der Sengbachtalsperre: (30.4.2011)zukünftiger Bauplatz an der trockenen Luftseite der Sengbachtalsperre: (30.4.2011)

Schere im Kopf

oder wie würdet Ihr dieses Bild betiteln?

Signalkrebs: auf dem Weg ins NirvanaSignalkrebs: auf dem Weg ins Nirvana

Im Sucher sah das vollständig anders aus.

Bei der nächsten Dusche denk daran, das Wasser kommt aus diesem Behälter

Sengbachtalsperre: nicht ganz gefülltSengbachtalsperre: nicht ganz gefüllt

Kommt die große Dürre wieder?

Da schlage ich heute Morgen den Lokalteil unserer Intelligenz auf und bekomme fast einen Schlag. Steht da doch in großen Lettern die Frage, ob die große Dürre wieder vor der Haustüre steht. (Kleine Dicke sind vermutlich vielen Lesern lieber.)

Solinger Sengbachtalsperre: (im Juli 2006)Solinger Sengbachtalsperre: (im Juli 2006)

OK, der Artikel spielt auf den Wassermangel im Jahre 1959 an. Anfang Juni schlugen damals die Solinger Stadtwerke Alarm, da bedingt durch die Trockenheit der letzten Monate die Wasservorräte in der Sengbachtalsperre nur noch für 3 Monate reichen würden. Die Solinger Bevölkerung wurde aufgefordert, ein Viertel des Wasserverbrauchs einzusparen. Im August 1959 wurden dann in den Hausanschlüssen Drosselungen eingebaut, die den Wasserverbrauch drastisch reduzieren sollten. Anhaltender und ergiebiger Regen war das schönste Solinger Weihnachtsgeschenk 1959. Ende des Jahres war die Talsperre wieder gut gefüllt.

Soweit der geschichtliche Ausflug in mein Geburtsjahr.

Was aber dann im Beitrag folgt, schlägt dem Wasserfass den berühmten Boden aus. Wie müssen uns nicht mehr fürchten, weil – ich hätte jetzt mit der Große Dhünntalsperre gerechntet –, weil ein ausgeklügeltes Messsystem frühzeitig Alarm schlägt , sollte der Pegel einmal nicht der gewünschten Höhe entsprechen. Eine ganze Armada von wissenschaftlichen Geräten befändet sich im Wasser, in den Türmchen an der Sperrmauer und im Gestein selbst. Da können wir aufatmen und unter die Dusche gehen. Die Frage, woher das Arsenal der wissenschaftlichen Geräte das fehlende Nass gegebenenfalls nimmt, beantwortet der Artikel nicht?

Dass die Solinger Talsperre die älteste Talsperre Deutschlands sei (die Remscheider Talsperre ist beispielsweise älter), ist ebenso falsch wie die Behauptung, dass wir aus der Großen Dhünntalsperre Rohwasser beziehen. Das aufgestaute Wasserreservoire der Großen Dhünn versorgt die Stadt Solingen mit Trinkwasser aus der Wasseraufbereitungsanlage in Dabringhausen. Zusätzlich besteht eine Rohwasser-Verbindung zwischen der Vorsperre der Großen Dhünn (ehemalige Dhünntalsperre) und der Sengbachtalsperre. Die restlichen Ungenauigkeiten liegen im normalen Bereich, den ich einer Tageszeitung zubillige.

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