Müngstener Brücke

Was noch vor ein paar Wochen unmöglich war

soll jetzt doch realisierbar sein:
Bahn will Bahnhof Schaberg anfahren

Bahnhof Schaberg: Bahnhalt an der Müngstener BrückeBahnhof Schaberg: Bahnhalt an der Müngstener Brücke

Wegen zusätzlicher Arbeiten zur Verstärkung der Müngstener Brücke bleibt diese zwar vorerst und wohl auch noch über Wochen gesperrt. Doch die Bahn reagiert und will jetzt den „Müngstener“ aus Richtung Hauptbahnhof nicht mehr in Solingen-Mitte enden lassen.

Müngstener Brücke: Bahn will Bahnhof Schaberg anfahren (RP ONLINE, 01.06.2011)

Merkt man bei der Bahn, dass die Brücke noch länger als befürchtet unbenutzbar bleibt?

Bahn will RB 48 bis Schaberg fahren lassen (Solinger Tageblatt, 01.06.2011)

Man schraubt und nietet wieder an der Müngstener Brücke

Müngstener Brücke: (im August 2008)Müngstener Brücke: (im August 2008)

Laut zughalt.de bleibt die Müngstener Brücke vorerst gesperrt.

Die Pressemitteilung der Bahn kann man beim Waterbölles nachlesen.

Eine andere Meldung hätte mich überrascht.

Und hier weitere Berichte zum Thema:

So langsam wächst Gras über die Strecke

Eisenbahnstrecke Solingen - RemscheidEisenbahnstrecke Solingen - Remscheid

Sondert der Müngstener sonst Herbizide (lat. herba = Kraut, Gras und lat. caedere = töten) ab?

In der Nähe grasen nackte Kühe. Liefern die Vollmilch?

Nackte Kühe: beim Betrachten des FotografenNackte Kühe: beim Betrachten des Fotografen

A wie Arschkarte

Wenn am kommenden Montag (2. Mai 2011) der „Müngstener“ wieder über gleichnamige Brücke fahren darf, dann kann es vor der Brücke zu einer Völkerwanderung kommen. Da der vollbesetzte Triebwagen der Baureihe 628.4 gut und gerne 81 Tonnen auf die Waage bringt und damit das zulässige Befahrungsgewicht der Brücke (72t) geringfügig überschreitet, müssen die Fahrgäste das Fahrzeug verlassen und zu Fuß über die Brücke laufen. Daher auch der Name Gleis - Geh'leise. Blümchenpflücken und Springen im Fahrpreis der DB nicht inbegriffen.

Gleise zur Müngstener BrückeGleise zur Müngstener Brücke

Hier der Artikel in der Solinger Intelligenz: Der „Müngstener“ ist zu schwer für die Brücke
Die Märchenpost zieht nach: Solingen: Brücke: Verwirrung um Gewicht der Züge (RP ONLINE, 28.04.2011)

Demnach gibt der Bahnsprecher - offensichtlich genervt - zum Besten: „Wir werden einen Teufel tun, die Auflagen des Eisenbahn-Bundesamtes nicht zu beachten“, erklärte Sprecher Udo Kampschulte. Dazu gehörten die Einhaltung von Tempo 70 und maximal zehn Tonnen Achsenlast. „Über das Gewicht muss sich außer uns niemand den Kopf zerbrechen.“

Interessant: Jetzt kommt plötzlich die Achslast ins Spiel. Der „Müngstener“ hat davon 8 Stück; nicht Last sondern Achsen.
Könnten dann eventuell wieder Dampflokomotiven zum Brückenfest? Eher nicht, die P8 bringt es auf eine Radsatzfahrmasse von 17 t, die Baureihe 50 auf 15 t.

Hier eine neue Variante: Berechnungsfehler könnte Inbetriebnahme der Müngstener Brücke gefährden (Eisenbahnjournal Zughalt.de) Seinen Unterlagen zufolge (Sprecher Udo Kampschulte) bringe der Triebwagen maximal 69,9 Tonnen auf die Waage.
Stimmt vermutlich ohne menschliche Zuladung und Sprit?! Aber wer denkt schon an den Beförderungsauftrag?

Müngsten: Bahn sieht sich im Recht (solinger tageblatt, 28.04.2011) „Wir werden die Gewichtsvorgaben einhalten. Ich weiß nicht, laut welchen Unterlagen die Züge zu schwer sein sollen“, sagt Sprecher Udo Kampschulte.

Solingen: Bahn verschweigt Zuggewicht (RP ONLINE, 29.04.2011) In diesem Artikel wird u.a. der erlaubte Begegnungsverkehr (d.h. zwei Züge auf der Brücke) thematisiert.

Vielleicht lässt sich diese Diskussion der Nichtfachleute einfach auflösen. Möglich, aber offensichtlich scheint dies der DB derzeit nicht zu gelingen.

Auf die Frage, woher die Presse und die Lokomotiv-Führer ihre Informationen habe, kann ich diese Fotos beisteuern:

Gewichts-Beschriftung am Müngstener 628 513: AntriebseinheitGewichts-Beschriftung am Müngstener 628 513: Antriebseinheit

R + Mg = 85t ... Diese Angabe steht für das Bremsgewicht (Bremskraft) , R == Rapid-Bremse , Mg == Magnetschienenbremse

Gewichts-Beschriftung am Müngstener 928: nicht angetriebene EinheitGewichts-Beschriftung am Müngstener 928: nicht angetriebene Einheit

Nach Adam Riese oder Schürmanns Rechenbuch ergibt dies in Summe:
42 t + 29 t = 71 t Leermasse
47 t + 34 t = 81 t maximale Masse

Es kommt wie befürchtet:

Solingen/Remscheid: Müngstener Brücke: Kein Personenverkehr mit Regiobahn 47 (RP ONLINE, 29.04.2011)

Vielleicht sollte der Pressesprecher über einen neuen Arbeitgeber oder eine neue Aufgabe im Konzern nachdenken. Wie wäre es mit dem Archiv für technische Beschreibungen des Fuhrparks.

Es kommt noch besser:
"Müngstener" ab Montag ohne Pendler über Brücke (solinger tageblatt. 29.04.2011)
Die Züge verkehren als Leerfahrten. Immerhin testet man so ohne Fahrgäste, ob die Brücke die Umbauten verkraftet hat. Wer erinnert sich nicht an die erste Fahrt einer Schwebebahn nach einem Bauwochenende?

obsolete Ankündigungobsolete Ankündigung

Solingen: Leere Züge über die Brücke (RP ONLINE, 30.04.2011)

Die Aussage liest sich ebenfalls gut:
Begegnungsverkehr Auch wenn das Eisenbahn-Bundesamt die Müngstener Brücke nur für Züge mit einem Maximalgewicht von 72 Tonnen freigegeben hat, dürfen dennoch zwei Züge gleichzeitig das Bauwerk überqueren.

"Allerdings mit der Auflage, dass die Züge nicht schneller als 70 Stundenkilometer fahren", sagt Sprecher Moritz Huckebrink. Die Last für die Brücke verdoppele sich durch den Begegnungsverkehr nicht. "Die statischen Kräfte wirken hierbei anders."

Ich gehe davon aus, dass hier jemand etwas in den falsch Hals bekommen hat und technischen Unsinn verbreitet.

Hier klingt es schon etwas anders: MÜNGSTENER BRÜCKE Züge fahren ohne Fahrgäste (rga 30.4.2011)

Und es geht noch besser:

Solingen: Züge auch leer zu schwer (RP ONLINE, 03.05.2011)

Wer glaubt, man könne diese Pannenserie nicht toppen, der kennt die DB noch nicht:

Solingen/Remscheid: Taxen statt Züge wegen „Personalmangels“ (RP ONLINE, 03.05.2011)

Nachtrag 4.5.2011: So langsam greifen die überregionalen Medien bzw. Redaktionen außerhalb des Bergischen Landes das Brückenschauspiel der Deutschen Bahn auf. Es stimmt mich traurig, welcher Unsinn dabei verzapft wird. Hier ein Exemplar: Brücke gesperrt - Passagiere nicht mitberechnet (infranken.de, 4.5.2011) Nur als Hinweis: Mit dem Bau der Brücke begann man im Jahre 1893, die offizielle Einweihung zelebrierte man im Juli 1897. Das mögen alles irrelevante Zahlen sein, nur wie sieht es dann mit den anderen genannten Dingen aus? Ebenso ein nettes Märchen ("Vor 112 Jahren wurde sie über das Flusstal der Wupper gebaut")? Hier ist die Quelle für den Unsinn: http://www.muengstener-bruecke.de/

Deutsche Bahn - Passagiere? Kannste vergessen! http://www.tagesspiegel.de/zeitung/passagiere-kannste-vergessen/4140288....

Nachtrag 6.5.2011: Es macht den Eindruck, als ob die ganzen Änderungen an der Brücke in den letzten Monaten auf den falschen Gewichtsannahmen für den Müngstener beruhen. In dem Artikel wird etwas von „statischer Aufrüstung“ orakelt. Weiß da jemand wieder mehr?
Solingen/Remscheid: Müngstener Brücke: Keine Freigabe in Sicht (RP ONLINE, 06.05.2011)

48h Stunden Kunst und Kultur - Tag 2

22

Kleiner Hinweis zur „Nötigung“ am Eingang des Brückenparks: Der Eintritt zur 48h-Veranstaltung ist kostenfrei ! Es handelt sich um eine sehr unglückliche Methode, die Kosten der Lustbarkeit zu deckeln. Die Organisatoren freuen sich über jede geldwerte Spende.

Möchte jemand noch weitere Fotos?

Bevor der Ansturm groß wird …

An alle wird gedacht: Hundenapf und LeckerliAn alle wird gedacht: Hundenapf und Leckerli

Der surrealistische Sprayer Zoran Velinov und sein Spontanmodel: „Live“-Bodypainting aus DüsseldorfDer surrealistische Sprayer Zoran Velinov und sein Spontanmodel: „Live“-Bodypainting aus Düsseldorf

Das Ergebnis freut sichDas Ergebnis freut sich

Auch Holzköpfe können entzücken: Holzkünstlerin Anja WeinbergAuch Holzköpfe können entzücken: Holzkünstlerin Anja Weinberg

Der Schwarze Peter wurde verschoben

Solingen: Prüfungen an Müngstener Brücke stehen noch aus (RP ONLINE, 09.02.2011)

Müngstener Brücke im SonnenlichtMüngstener Brücke im Sonnenlicht

Die Bahn ist angeblich fertig (wen überrascht dies?) und wartet nun auf das Eisenbahn-Bundesamt.

Am 20. November 2010 hieß es einmal im ST
„Bald wieder Tempo 70 auf der Brücke“,
nun lesen wir etwas von Ende März 2011.
Bin gespannt, wie das Brückenmärchen weiter geht.

Wozu die Brücke Jahrzehnte benötigte, das schafft der Ingenieur mit der passenden Stahlmixtur (COR-TEN-Stahl) in wenigen Monaten. Nur wenige Meter von der Brücke entfernt:

rostiges Haus Müngstenrostiges Haus Müngsten

Grundsanierung der Müngstener Brücke

einer der Hauptpfeiler der Müngstener Brücke: im Jahre 1896einer der Hauptpfeiler der Müngstener Brücke: im Jahre 1896

Heute drang aus der fast überfüllten Rostlaube an der Wupper folgende Verlautbarung Der Bahn an sein Transportmaterial.

In Kurzform: Wenn ihr auf den Güterverkehr und den regelmäßigen Dampflokverkehr zum Brückenfest verzichtet, dann halten wir die Brücke die nächsten 30 Jahre mit einem Anstrich zusammen; anschließend ist Schichtende. Wenn ihr damit nicht zufrieden seid, dann denkt möglichst bald über einen Neubau nach und meldet euch, wenn der Bau fertiggestellt ist.

Hier die lange Version:

30 Millionen Euro für Sanierung der Müngstener Brücke

(Düsseldorf, 31. Januar 2011) Die Deutsche Bahn AG wird in die Grundsanierung der Müngstener Brücke 30 Millionen Euro investieren. Das gaben heute Vertreter des Unternehmens bei einem Ortstermin mit der Oberbürgermeisterin von Remscheid, Beate Wilding, dem Oberbürgermeister von Solingen, Norbert Feith, sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft bekannt. Schwerpunkte der Arbeiten sind die Erneuerung der Brückenlager sowie ein umfassender Korrosionsschutz.

Nach Abschluss der gesamten Sanierung, für die aus heutiger Sicht ein Zeitraum von fünf Jahren veranschlagt wird, soll das 113 Jahre alte denkmalgeschützte Bauwerk dann für weitere 25 bis 30 Jahre dem Personenverkehr zur Verfügung stehen. Zur Frage des Güterverkehrs erklärten die Vertreter der Bahn, dass nach derzeitigen Einschätzungen nicht damit gerechnet werden kann, dass schwere Güterzüge bzw. Dampflokomotiven regelmäßig wieder über die Brücke fahren können. Falls dies gefordert werde, müsse über Alternativen nachgedacht werden, die bis zu einem Neubau der Brücke gehen könnten. Gleichzeitig würde das Sanierungsprogramm dann aber nicht angefangen werden können.

Güterzüge werden seit 2010 über Wuppertal-Oberbarmen nach Remscheid geführt. Als Bedarf hat sich etwa ein Zug pro Woche herausgestellt.

Ende November wurde die Müngstener Brücke gesperrt, nachdem klar geworden war, dass Verstärkungsmaßnahmen direkt unterhalb der Schienen durchgeführt werden mussten. Diese Arbeiten, die wegen der schwierigen Witterungsverhältnisse zwischen Anfang Dezember und Anfang Januar für etwa sechs Wochen ruhen mussten, wurden am vergangenen Wochenende abgeschlossen. Die technische Abnahme vor Ort durch unabhängige Prüfer ist mittlerweile erfolgt.

Die noch ausstehenden Unterlagen zur Wiederinbetriebnahme der Brücke werden der Aufsichtsbehörde, dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA), kurzfristig vorgelegt. In den kommenden Tagen sollen zudem noch Nachweise zu Temperaturauswirkungen nachgeliefert werden. Das Ingenieurbüro, das von der DB Netz AG im Dezember mit der Berechnung beauftragt worden ist, hat zugesagt, dass die Ergebnisse in dieser Woche vorliegen. DB Netz wird unmittelbar nach Prüfung durch einen vom EBA zugelassenen externen Prüfer die Berechnungen dem Eisenbahn-Bundesamt vorlegen.

Nach Genehmigung der vorläufigen Wiederinbetriebnahme durch die Aufsichtsbehörde wird DB Regio NRW GmbH etwa eine Woche benötigen, um den fahrplanmäßigen Zugverkehr zwischen Wuppertal und Solingen wieder aufnehmen zu können. Grund dafür sind u. a. die Änderung der Fahrzeug- und Personalumläufe sowie die Einstellung der Fahrplandaten in die Informationssysteme.

Zum weiteren Zeitplan erklärten die Vertreter der Deutschen Bahn AG, dass im Sommer die endgültigen Ergebnisse der Nachrechnungen der Statik für das gesamte Brückenbauwerk feststehen und dem Eisenbahn-Bundesamt der Umfang der erforderlichen Sanierungsarbeiten vorgestellt wird. Diese Zeit ergibt sich daraus, dass seit September vergangenen Jahres für ca. 10.000 Bauteile der Brücke einzelne statische Berechnungen durchgeführt werden.

Nach Abstimmung des Umfangs der Sanierungsarbeiten findet eine europaweite Ausschreibung mit anschließender Vergabe statt. Die DB Netz AG hat für die Jahre 2012 und 2013 bereits sogenannte Baufenster im Betriebsablauf fest verankert, d.h. nach derzeitigen Planungen wird in beiden Jahren während der jeweiligen Sommer- und Herbstferien eine Vollsperrung erfolgen, um möglichst schnell mit der Grundsanierung voranzukommen.

Mein Vorschlag:
Demontiert die bestehende Brücke. Sie hat ihre angedachte Lebensdauer längst überschritten. Stattdessen wird sie im alten Baustil erneut errichtet. Dabei berücksichtigt man den Stand der Technik, integriert unter den Schienen einen Fußgängerweg mit Aussichtskanzel. Die Baustelle wird als Eventlocation mit ständigen Führungen vermarktet. Ich sage euch, das könnte ein überregionales Ausflugsziel werden.

Neubaubrücke:
Die Bahn hätte da eventuell etwas abzugeben Die Wahn AG und die 29 Millionen Euro teure Ilmtalbrücke.

Inhalt abgleichen